ERP nach der Digitalen Transformation – Teil 1: Die IoT-Datenflut nutzen: das ERP und künstliche Intelligenz

Moderne Netze, kostengünstige Anbindungsmöglichkeiten (z. B. via WLAN), immer höhere Übertragungsraten (z. B. durch den neuen Mobilfunkstandard 5G) und nicht zuletzt die kontinuierlich sinkenden Preise für technische Komponenten führen dazu, dass in Zukunft die Steuerungen bzw. Sensoren von Maschinen, Werkzeugen und Werkstücken und auch (fast) alle Produkte über das Internet der Dinge (Internet of Things oder kurz: IoT) miteinander verbunden sind. Sie alle tauschen Daten untereinander aus und kommunizieren mit den Anwendern. Als zentrale Integrationsplattform fungiert dabei die Cloud. Laut Gartner wird sich die Zahl der verbundenen Geräte von 8,6 Milliarden in 2017 auf 20,5 Milliarden in 2020 mehr als verdoppeln (Quelle: https://www.gartner.com/newsroom/id/3598917).

Durch die zunehmende Vernetzung entstehen außerdem riesige – zum Teil unstrukturierte – Mengen an Daten. Gespeichert werden die Informationen in der Cloud, wo sie sich mittels Big-Data-Algorithmen analysieren und interpretieren lassen. Damit eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für die Unternehmenssteuerung: Das ERP-System nutzt diese Daten und Analyseergebnisse, um die Unternehmensabläufe zu planen und zu steuern. Dabei hat es jederzeit die vollständige Transparenz über den Status sämtlicher Prozesse und Produkte.

Daraus ergeben sich Modelle, mittels derer die ERP-Systeme eigenständig entscheiden oder zumindest Entscheidungen vorbereiten können. Die Ergebnisse und Auswirkungen dieser Entscheidungen werden mit den Erwartungen verglichen und fließen so wieder in das Modell ein. So entsteht ein adaptiver Regelkreis, durch den sich die Modelle kontinuierlich selbst verbessern.

Es kommt aber auch zu neuen datengetriebenen Services, wie zum Beispiel die Vor-Parametrierung von Maschinen durch den Hersteller einer Maschine oder das Auslösen von Warenbewegungen auf Basis von zu erwartenden Bestellungen (Anticipatory Shipping) im Logistikzentrum. Eine weitere wichtige Daten- bzw. Informationsquelle ist das Social Web: Es bietet die Chance, Meinungen von Kunden und Interessenten über bestimmte Produkte zu sammeln, kontinuierlich zu analysieren anschließend in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen.

Diese Vernetzung hat erhebliche Konsequenzen. Unter anderem spielen der kontinuierliche Datenfluss bzw. die Informationslogistik eine bedeutende Rolle. Denn alle Ressourcen (Maschinen, Werkzeuge, Personal, Arbeitspläne, Parameter, Hilfsmittel, Prüfpläne etc.) müssen zum richtigen Zeitpunkt verfügbar und optimal ausgelastet sein.

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Dirk Bingler

Über Dirk Bingler

Der diplomierte Wirtschaftsinformatiker Dirk Bingler ist Vorsitzender des Arbeitskreises ERP im BITKOM. Hauptberuflich ist er Sprecher der Geschäftsführung der GUS Deutschland GmbH und verantwortlich für das Software-, Beratungs- und Servicegeschäft des Kölner ERP-Spezialisten für die Prozessindustrie mit über 170 Mitarbeitern in Deutschland. Bingler startete seine Karriere 1997 bei der Siemens AG, wo er in den folgenden 6 Jahren verschiedene IT-Management-Aufgaben in Deutschland und USA übernahm. 2003 wechselte Bingler vom Großkonzern in den Mittelstand zur Samhammer AG in Weiden. Als Vice President eBusiness baute Bingler erfolgreich das Geschäft für eine cloudbasierte After-Sales-Service-Suite auf bevor er Anfang 2011 zur GUS wechselte.

Ein Gedanke zu „ERP nach der Digitalen Transformation – Teil 1: Die IoT-Datenflut nutzen: das ERP und künstliche Intelligenz

  1. Hallo Herr Bingler,

    vielen Dank für den Artikel. Wir haben gerade in einem ersten Experiment KI-Funktionen in unsere ERP-Software eingebaut, um die Belegerfassung für die Nutzerinnen und Nutzer zu vereinfachen. Auf der CEBIT werden wir auch darüber berichten, und vielleicht wäre das mal ein Aufhänger für einen Gastbeitrag?

    Viele Grüße,
    Karsten Kneese

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