ERP nach der Digitalen Transformation – Teil 2: Wie die Cloud Arbeitsweisen verändert.

Die Cloud dient als Integrations-, aber auch als Betriebsplattform für Systeme. Die Bandbreite reicht dabei von reinen Infrastruktur-Diensten über Plattformen bis hin zu vollständigen ERP-Services. Der Kern des ERP-Systems wird in der digitalen Welt entweder vor Ort beim Anwender betrieben oder läuft vollständig in der Cloud. In beiden Fällen lässt sich das System je nach Bedarf um weitere Applikationen aus der IT-Wolke, wie beispielsweise Business Intelligence-, Big Data-Lösungen oder Prescriptive Analytics, ergänzen. Man spricht dann von einem hybriden Cloud-Modell.

Auch Rechenleistung und Speicherplatz können bei Bedarf aus der Cloud hinzugebucht werden. Der Vorteil: Kommen neue Geschäftsbereiche, Standorte oder Mitarbeiter hinzu, lassen sich ERP-Systeme auf Knopfdruck ausrollen (Instant Deployment). Dabei zahlt das Unternehmen in der Regel nur für die Leistung, die es aktuell nutzt (pay-per-use). In der digitalen Welt ändert sich daher auch die Rolle der IT-Abteilung: Sie wird vom Betreiber zum Integrator verschiedener Systeme und Services. Dazu ermöglicht die IT-Abteilung die bereichsübergreifende Zusammenarbeit im Unternehmen und darüber hinaus.

Geht es beispielsweise um die Störungsbeseitigung einer Anlage, bieten sich viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Dazu gehören unter anderem die Bildung temporärer Arbeitsgruppen/Task Forces oder die Einbeziehung externer Hersteller und Experten. Via Cloud können die Verantwortlichen von jedem Ort der Welt aus gemeinsam an Dokumenten arbeiten statt umständlich E-Mails auszutauschen.

Doch nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen kommunizieren in der digitalen Welt miteinander. Ein Beispiel ist die selbststeuernde Produktion als eine neue Form der Kollaboration zwischen (intelligenten) Maschinen, Systemen und Werkstücken. Schließlich bekommt auch die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden durch die Digitalisierung eine neue Qualität. So können sich Kunden online zu Produkten beraten lassen. Wer künftig ein neues Sofa kaufen möchte, kann sich dann beispielsweise mithilfe eines Hologramms in seiner Datenbrille oder auf seinem Smartphone anschauen, wie das Möbelstück im eigenen Wohnzimmer wirken würde.

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Dr. Karsten Sontow

Über Dr. Karsten Sontow

Dr. Karsten Sontow, Jahrgang 1967, ist seit Anfang 2001 Vorstand der Trovarit AG, Aachen, wo er die Bereiche Marketing/Vertrieb, Research und Finanzen verantwortet. Der studierte Maschinenbau und Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen und am Massachussetts Institute of Technology in Cambridge, USA. Seinen Doktortitel für Maschinenbau erwarb er an der RWTH Aachen. Dort war er sieben Jahre Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e.V., seit 1998 als Leiter des Bereichs „Dienstleistungsorganisation“. Die Tätigkeitsschwerpunkte des gebürtigen Gronauers lagen in Forschung und Beratung zur Entwicklung und zum Management Technischer Dienstleistungen, zum Electronic Business sowie zur Auswahl und Einführung von Software-Lösungen für Instandhaltung, Service und Facility Management. Am FIR betreute Sontow die Neuentwicklung des "Aachener Marktspiegel EDV-Systeme für den Service" sowie die Neuauflage des "Aachener Marktspiegel Instandhaltungsmanagement-Systeme". Zusätzlich war er mit der Akquisition und Leitung nationaler und internationaler Forschungs- und Beratungsprojekte betraut. Im September 2000 gründete Dr. Karsten Sontow gemeinsam mit Peter Treutlein die Concit AG, die im Juli 2001 zur Trovarit AG umfirmierte.

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