ERP nach der Digitalen Transformation – Teil 3: ERP überall griffbereit – und die Sicherheit?

In einer digitalen Welt können Menschen und Maschinen immer und von überall aus auf Unternehmensdaten zugreifen – und zwar mit jedem beliebigen Gerätetyp (Tablets, Smartphones, Wearables, Desktops, Industrie PCs, digitale Assistenten, Datenbrillen etc.). Anwender haben künftig ebenfalls die Möglichkeit, auf einzelne Teilfunktionen und -prozesse aus dem ERP-System zuzugreifen.

Dabei verbreiten sich völlig neue Formen der Interaktion, wie beispielsweise eine Steuerung per Spracheingabe oder die Nutzung der Augmented bzw. 16 Technologie (Ergänzung von Bildern oder Videos mit computergenerierten Zusatzinformationen). Via Datenbrille sieht der Techniker dann beispielsweise beim Blick auf eine Maschine automatisch deren Wartungshistorie, aktuelle Produktionsdaten oder Aufträge. Auch der Alltag im Büro wird in Zukunft einfacher: Statt Büromaterial umständlich bei der Zentrale anzufordern, bestellt der Sachbearbeiter seine Arbeitsmaterialien künftig über einen digitalen Assistenten (wie z.B. Amazon Echo) einfach selbst. Möglich wird das durch das Aufbrechen von ERP-Funktionen in einzelne Microservices, die sich über die verschiedenen Wege ansprechen lassen.

In einem solch offenen System rückt die Datensicherheit in den Fokus. In einer vernetzten Welt muss ein ERP-System nicht nur die Sicherheit von Abläufen und Prozessergebnissen garantieren, sondern auch die Sicherheit der Daten. Heute steht dieser Aspekt vielfach noch nicht im Fokus der Software-Hersteller und Anwenderunternehmen, da viele Firmen ihre ERP-Systeme im eigenen Hause hinter der vermeintlich sicheren Firewall betreiben. Ein externer Zugriff ist dabei meistens nur umständlich via VPN-Tunnel möglich. Mit einer Öffnung steigt jedoch auch das Angriffspotenzial durch Hacker, Industriespione oder kriminelle Organisationen. Höchste Sicherheitsstandards, z.B. in Bezug auf Authentifizierung, Rechteverwaltung und Verschlüsselung sind daher ein Muss in der digitalen Welt.

Das ERP-System der Zukunft ist dagegen offen nach außen und sorgt für die Sicherheit der Daten und Prozesse. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Anwendung on Premise, Hybrid oder vollständig in der Cloud betrieben wird.

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Michael Finkler

Über Michael Finkler

Michael Finkler verantwortet das Business Development der proALPHA Gruppe und ist Mitglied der Konzerngeschäftsleitung. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen auch die Kooperationen mit führenden Forschungsinstitutionen und Verbänden. Hier engagiert er sich für die Entwicklung praxistauglicher Industrie-4.0-Lösungen, unter anderem als Vorstandsmitglied des VDMA Fachbereich Software und Digitalisierung, des VDMA Landesverband Mitte und des Bitkom Arbeitskreis ERP, sowie als Mitglied des Forschungsbeirats des FIR e.V. an der RWTH Aachen. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich Michael Finkler mit Organisationsberatung und Einführung von ERP-Systemen in mittelständischen Unternehmen. Als Gründer und Vorstandsvorsitzender der ALPHA Business Solutions AG hat er seit 1994 die Einführung und Betreuung von mehr als 350 ERP-Projekten begleitet. Zuvor sammelte er als Projektleiter und Leiter der ERP-Beratung bei Hewlett-Packard umfangreiche praktische Erfahrungen durch die Arbeit an zahlreichen Projekten mit unterschiedlichen IT-Systemen.

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